Social Media: Welche Plattformen sind geeignet?

Social Media Plattformen: Welche sind für Gründer, Startup’s und wachsende Unternehmen geeignet?

Im Januar 2021 lag die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer von sozialen Netzwerken bei rund 4,2 Milliarden. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl um rund 13,2 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag die Zahl der aktiven Social-Media-Nutzer bei rund 2,08 Milliarden. (Quelle: Statista Research Department). Mit 90 Prozent setzt ein Großteil der deutschen Unternehmen auf Social Media, so berichtet das Deutsche Institut für Marketing. Laut der Studie des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) geben sechs von zehn der befragten Unternehmen an, dass sich Ihre bisherigen Social-Media-Aktivitäten gelohnt haben.

Die gestiegene Anzahl der Social-Media-Nutzer in Verbindung mit der hohen Verwenderschaft in der deutschen Wirtschaft veranlasste mich, das Thema genauer zu untersuchen. Denn nicht alle Netzwerke eigenen sich gleich gut für Gründer, Startup’s und wachsende Unternehmen.

Top 7 der Sozialen Netze

Xing – das deutsche Karrierenetzwerk

Bei Xing geht es mehr um berufliche als private Interessen. Das Portal versteht sich als Karrierenetzwerk und zwar hauptsächlich im deutschsprachigen Raum. Networking im Sinne von Konferenzen und Diskussionen lassen sich hier gut betreiben. Darüber hinaus können Gruppen auch für Community und Gruppenmarketing genutzt werden. Vor allem Startup’s, Gründer und wachsende Unternehmen haben hier eine professionelle und gute Basis für Ihre Netzwerkarbeit. Allerdings sind nicht alle Funktionen kostenlos. Mit einer Premiummitgliedschaft werden zusätzliche Funktionen freigeschalten.

LinkedIn – das internationale Karrierenetzwerk

LinkedIn ist ähnlich wie Xing nur auf internationaler Basis. Hier lassen sich neue Kontakte knüpfen und bestehende, hauptsächlich internationale Geschäftsbeziehungen pflegen. Für Startup’s, Gründer und wachsende Unternehmen ist die Zusammensetzung der Nutzer spannend: 36 Prozent aller Xing-Mitglieder sind Führungskräfte. Bei LinkedIn sind es 80 Prozent.

Facebook – das größte und bekannteste Netzwerk der Welt

Den Facebook-Film „The Social Network“ über seinen Gründer Mark Zuckerberg sollte mittlerweile jeder gesehen haben ansonsten empfehle ich ihn an dieser Stelle gern weiter. Auch für Unternehmen ist das Netzwerk unumgänglich geworden, obwohl sich Nutzergruppen und Funktionen in den vergangenen Jahren stark verändert haben. Es geht schon lange nicht mehr nur um den virtuellen Austausch mit Freunden. Die Facebook-User sind mittlerweile wesentlich älter, denn für jüngere Leute gibt es diverse andere Kanäle, die weitaus mehr Unterhaltung versprechen. Auf Facebook kann man trotzdem eine breite Masse erreichen, indem man eine Unternehmensseite für das eigene Startup anlegt. Gründer und wachsende Unternehmen im Dienstleistungsbereich haben die Möglichkeit mit einer Gruppe durchzustarten oder eine Community aufzubauen. Gruppenmarketing funktioniert immer noch gut bei Facebook, um sich als Experte zu zeigen und Kunden zu gewinnen. Mit rund 2,7 Milliarden monatlichen Nutzern lag Facebook im Januar 2021 auf dem ersten Platz.

Für wen ist Facebook ideal?

Kurz gesagt: für alle Startup’s, Gründer und wachsende Unternehmen. Denn eine Facebook-Unternehmensseite wird heutzutage genauso vorausgesetzt wie die eigene Webseite. Natürlich gibt es Social Media Kanäle, die für ihr Unternehmen schwerpunktmäßig besser geeignet sind. Dennoch sollte kein Unternehmen auf eine gepflegte Facebook-Präsenz verzichten.

Pro Contra
Kunden- und Interessentennähe Privatsphäre
Imagewachstum und Bekanntheit steigern Jeder kann negative Erlebnisse kommunizieren
Unverbindlich mit Interessenten in Kontakt kommen Image-Schäden durch Shitstorms
Kunden gewinnen Beschwerden werden häufig gepostet
Gutes Gruppenmarketing Erhöhte Sichtbarkeit von negativem Feedback und unbegründeter Kritik
Aufbau von Communities Umgangston in den sozialen Netzwerken in der Regel rauer
Integrierter Chat- und Videotelefonie Durch diverse Updates der Facebook-Algorithmen wird es für Unternehmensseiten immer schwieriger überhaupt von Fans gesehen zu werden

Twitter – aktuelle Kurzmitteilungen

Neuigkeiten zu „zwitschern“ ist ein schnelllebiges Konzept, dass sich in der Kommunikationsbranche und im Echtzeit-Marketing erfolgreich nutzen lässt. Weit verbreitet ist die Kurzmitteilungszentrale bei Politikern, Promi’s, Popstars und Sternchen. Unternehmen, die Twitter nutzen möchten, sollten bedenken, dass sie Ihre Follower regelmäßig mit News versorgen müssen. Deshalb sind es vor allem Journalisten, Medienunternehmen, bekannte Institutionen und große Unternehmen, die Twitter nutzen. Wer als Unternehmen viel mitzuteilen hat, ist bei Twitter gut aufgehoben.

Für wen ist Twitter ideal?

Startup’s, Gründer und wachsende Unternehmen, bei denen es häufig Neuigkeiten gibt, können Twitter gut nutzen. Ebenso können Sie Ihre Follower mit Branchenkenntnissen unterhalten und zu Diskussionen anregen. Viele Twitter-User interessieren sich für Digital- und Technikthemen, Politik, Kultur, Zeitgeschehen und Wirtschaft. Lifestyle ist möglich, hier sollte Twitter aber eher als ergänzender Kanal betrachtet werden.

Pro Contra
kostenlos und im öffentlichen Licht Schnellebig
namenhafte Nutzer aus Politik, Wirtschaft, Showbiz, Medienbranche und Journalismus Regelmäßig
Einfache Kontaktaufnahme per Re-Tweet Tägliche Beiträge notwendig
Imagewachstum und Bekanntheit steigern Image-Schäden durch Shitstorms

Instagram – neustes Bilder- und Videonetzwerk

Wer auf Markenbekanntheit setzt und wessen Produkte „instagrammable“ sind, darf hier nicht fehlen. Kein anderes Netzwerk hat eine so hohe Interaktionsrate. Der Fokus des Netzwerkes liegt aber eher auf Lifestyle-Inhalten, also der Art und Weise der Lebensführung.Instagram ist stark auf Genuss und Konsum ausgerichtet und durch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen geprägt. Markenbekanntheit und Reichweite lässt sich leicht über die sogenannten Hashtags erzielen. Durch Influenzier Marketing lässt sich hier noch mehr erreichen. Auch die Optionen bieten eine große Auswahl. Abstimmungen, Umfragen und weitere Möglichkeiten werden geboten um Instagram-Stories attraktiv und aktiv zu gestalten. Durch neue Funktionen und Formate, die regelmäßig hinzukommen, bleibt Instagram topaktuell für Nutzer und Unternehmen.

Für wen ist Instagram ideal?

Für Branchen, die einfach ansprechende Bilder produzieren können, wie Lifestyle, Fashion, Beauty, Auto, Sport und Food. Für diese Unternehmen ist es geradezu Pflicht auf der Plattform mitzuspielen. Für alle anderen Gewerbe heißt es Mut zur Kreativität beweisen und die eigenen Produkte „instagrammable“ machen. Gerade weil die Konkurrenz hier weitaus weniger vertreten ist als bei einer Lifestyle-Brand. Machen Sie sich Ihre Nische geschickt zu nutze.

Pro Contra
Ca. 200 Millionen Nutzer großer Zeitaufwand
Markenbekanntheit erhöhen Content in den Stories derzeit wichtiger als das eigentliche Profil
Reichweite, neue Zielgruppen und höhere Umsätze Bilder und Videos können nicht mit Links versehen werden
Markenloyalität der Kunden steigern Viele „Freunde“ haben null Mehrwert
Neue Marktanteile gewinnen Hater-Kommentare / Auseinandersetzungen

Pinterest – digitale Pinnwände zu Fokusthemen

Bei Pinterest geht es auch um Bilder und Kurzvideos nur mit dem Unterschied, dass man die Reichweite der eigenen Website durch Links erhöhen kann. Hier geht es um schön inszenierte Inhalte in den Bereichen Lifestyle, DIY/Heimwerken und Fashion. Produkte und Beiträge lassen sich direkt mit einem Shop-Link oder einem Link zum Fachbeitrag verknüpfen. Noch ein Pluspunkt: Pinterest sorgt für eine hohe Klickrate und damit verbunden für eine hohe Conversion-Rate.

Für wen ist Pinterest ideal?

Ähnlich wie bei Instagram für Startup’s, Gründer und wachsende Unternehmen, die gute Bilder (hier: Pins genannt) produzieren können. Deutlicher Schwerpunkt liegt hier jedoch auf DIY und Selbstgemachtes. In die Pins können Links zur eigenen Webseite oder Shop-Links eingebunden werden. Dadurch bietet sich Pinterest gut als Traffic- und Conversion-Quelle an.

Pro Contra
ca. 70 Millionen Nutzer eher visuell, wenig Konversation
Schöne und übersichtliche Aufmachung Keine Bearbeitungsmöglichkeiten für eigene Bilder
Über einen Klick auf das Bild lässt sich die Quelle finden

Flickr – Bilder sagen mehr als Tausend Worte

Flickr funktioniert ähnlich wie Instagram und Pinterest. Für Unternehmen bietet es eine kostenlose und einfach bedienbare Form der Unternehmenskommunikation, deshalb soll die Plattform in diesem Beitrag abschließend auch genannt werden. Flickr-Beiträgen wird in der Google Bilderbuch eine ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt, sodass sich hier Bildmaterial sehr schnell verbreiten lässt.

Verweildauer weltweit

Ende 2019 befanden sich die Philippinen mit 233 Minuten täglich auf Platz 1 des Rankings der Länder mit der höchsten durchschnittlichen Verweildauer auf Social Media Plattformen. Auf Platz 2 lag Kolumbien mit täglich 225 Minuten. Deutschland belegte mit 79 Minuten pro Tag den 42. Platz. Japan bildete das Schlusslicht mit einer durchschnittlichen Social-Media-Nutzungsdauer von 45 Minuten.

Leitfaden für Gründer

Eins ist gewiss: eine „one fits all“ Lösung gibt es im Social Media Marketing nicht – egal ob Startup oder DAX-Konzern. Als Unternehmen sollte man sich lediglich auf die Social-Media-Plattformen konzentrieren, die zur Zielgruppe passen. Auf jeder Plattform bewegt sich eine ganz bestimmte Zielgruppe, die es mit den Zielgruppen des Unternehmens abzugleichen gilt. Außerdem ist der Aufwand von Kanal zu Kanal unterschiedlich. Ein aussagekräftiges Foto und einige Worte sind schnell getwittert, während regelmäßige Blogbeiträge mehr Zeit kosten.

Tipp 1: Schaffen Sie eine Persona, die Sie glücklich machen wollen – egal was für ein Business man betreibt, es gibt immer den idealen Kunden, für den die eigenen Produkte und Dienstleistungen eine Problemlösung darstellen. Beschreiben Sie diesen Kunden ganz genau anhand typischer Charakteristika wie Alter, Verhalten, Bedürfnisse, z.B. Nutzungsgewohnheiten von Social Media Kanälen.  Je genauer Sie das tun, um so leichter fällt Ihnen das Social Media Marketing, denn nun wissen Sie, wie Sie ihn erreichen.

Tipp 2: Auf wenig Kanäle fokussieren – wählen Sie zu Beginn den Social Media Kanal aus, auf dem Ihre in Schritt 1 kreierte Persona am meisten vertreten ist. Meistens wird es Facebook, Instagram, Xing oder LinkedIn sein.

Tipp 3: Private Kontakte außen vor lassen – meistens nutzt man bereits im privaten Bereich Social Media Kanäle, auf denen man Freunde und Familie vereint. Diese können von plötzlich auftauchenden Marketing-Aktivitäten wenig begeistert sein. Man kann hier mit Listen arbeiten (privat bleibt privat) oder eventuelle Störenfriede direkt ansprechen.

Tipp 4: Definieren Sie klare Ziele für Ihre Social Media Aktivitäten – ohne Ziele kann Social Media Marketing leicht zum Zeitfresser werden. Da hilft es, klare und unternehmerische Ziele zu definieren, wie z.B. ich suche Kunden für Produkt xy, ich suche Multiplikatoren, ich möchte Referenzen und Weiterempfehlungen erhalten.

Tipp 5: Von der Zielgruppe aus denken – egal, welche Ziele man verfolgt, es ist wichtig, die entsprechenden Aktivitäten aus der Sicht des Empfängers zu realisieren. Kontaktzuwachs, Likes, Shares und Kommentare helfen bei der objektiven Überprüfung. Je besser Sie Ihre Zielgruppe erreichen, desto erfolgreicher werden Sie sein.

Fazit

Social Media Plattformen bieten viele gute Möglichkeiten, um Kontakte zu knüpfen, Kunden zu gewinnen und eine höhere Markenbekanntheit zu erreichen. Jedoch ersetzt kein soziales Netzwerk eine gut funktionierende Webseite, sie sind eher die Kirsche auf der Sahnehaube und mittlerweile nicht mehr wegzudenken! Sie möchten Ihren Marketing-Mix um soziale Netzwerke erweitern und wünschen sich professionelle Unterstützung? Ich helfe Ihnen gern dabei.